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Die
Visitenkarte Zusammenfassung: ¡¡ ¡¤ Klare Rangordnung und Diensttitel ¡¤ Geschäftsf¨¹hrer ¨C Vorstand ¨C Aufsichtsrat ¨C Verwaltungsrat ¡¤ Übersetzung von Namen ¨C klassische oder moderne Art ¡¤ Klassische oder vereinfachte Schriftzeichen ¡¤ Eine Seite Chinesisch, die andere Englisch Der Austausch von Visitenkarten ist der erste Schritt zur Aufnahme einer Geschäftsbeziehung in China. Sie eröffnet Ihnen die richtige T¨¹r und verschafft Ihnen den richtigen Gesprächspartner. Sie bleibt Ihr Platzhalter beim Geschäftspartner, wenn Sie China verlassen haben. Es ist deshalb sehr wichtig, die eigenen Visitenkarten richtig zu gestalten und die erhaltenen Karten aufmerksam zu studieren. Klare Rangordnung und Diensttitel Die größte Bedeutung hat der Diensttitel. Die Organisation in einem chinesischen Unternehmen ist hierarchisch aufgebaut, mit sehr klaren und eindeutigen Ebenen und Kompetenzen. Die Chinesen achten in der Regel darauf, dass Personen der gleichen Rangordnung dem ausländischen Gast als ständige Gesprächspartner zur Verf¨¹gung stehen. Während die Angaben der Position im chinesischen Unternehmen klar und eindeutig sind, lassen die deutschen Geschäftsleute der Fantasie gern freien Lauf, um die Rangordnung des Abgesandten nicht hierarchisch festlegen zu m¨¹ssen und den Karteninhaber dennoch als wichtigen Gesprächspartner zu dokumentieren. Nach chinesischem Geschmack entsteht dadurch eine Inflation der Titel, die zwar kurzfristig bewirken können, dass der deutsche Repräsentant in der Gesprächsrunde eine oder gar 2 Ebenen der chinesischen Hierarchie ¨¹berspringt. Doch spätestens dann, wenn Vorgesetzte oder Kollegen höherer Ebenen dazu kommen, sind die Chinesen verwirrt bis verärgert. Geschäftsf¨¹hrer ¨C Vorstand ¨C Aufsichtsrat ¨C Verwaltungsrat Da dieses im allgemeinen wohl weniger beabsichtigt als systembedingt ist, sollte dem chinesischen Partner - zumindest nachträglich - die Organisationsstruktur in der eigenen Firma erklärt werden. In vielen deutschen Firmen gibt es mehrere Geschäftsf¨¹hrer, in einer chinesischen Firma aber nur einen. Den deutschen Geschäftsf¨¹hrer als Jingli auf Chinesisch (manager auf Englisch) auf der Visitenkarte zu bezeichnen, kommt einer Untertreibung gleich. Doch ihn als Zongjingli im Sinne des guten alten Generaldirektor bzw. CEO im Englischen zu bezeichnen, erscheint den Chinesen dann als Übertreibung, wenn dessen Geschäftsf¨¹hrer-Kollegen auch nach China kommen und auf der Visitenkarten ebenfalls als Zongjingli bezeichnet werden. Meistens behalten die Chinesen solch ein Gef¨¹hl f¨¹r sich, weil sie höflich sind. Um solche Gef¨¹hle aber gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte man daher einen erfahrenen Chinahandelsexperten zu Rate ziehen, bevor die Visitenkarten gedruckt werden. Man kann bei dieser kleinen Karte mit nur wenigen Zeilen viel Sympathie und Wertschätzung erwirken, aber auch viel falsch machen. Streng genommen haben die chinesischen Unternehmen weder Vorstände noch Aufsichtsräte ¨C zumindest nicht so, wie die Deutschen sie verstehen. Bei größeren Firmen oder Firmengruppen gibt es wohl einen Verwaltungsrat, Dongshihuei genannt. Die Mitglieder greifen aber auch in die täglichen Geschäfte ein, so lange diese groß und bedeutend sind. Als Faren (juristische Personen) vertreten sie die Firma juristisch. Nat¨¹rlich bestimmen sie auch die großen Linien der Geschäfte, ernennen und beaufsichtigen die Geschäftsf¨¹hrer. Die Geschäftsf¨¹hrung besteht in der Regel aus einem Geschäftsf¨¹hrer (Zongjingli) und gegebenenfalls aus mehreren stellvertretenden Geschäftsf¨¹hrern (Fuzongjingli). Sie f¨¹hren die Anweisungen der Verwaltungsräte aus, die bei den staatlichen Unternehmen höhere Verwaltungsbeamte sind oder waren, und bei den privaten Unternehmen meistens die Eigent¨¹mer bzw. Teilhaber der Unternehmen sind. Sie vertreten die Firma nur, solange keine Verwaltungsräte da sind. Sobald ein Verwaltungsrat da ist, treten die Geschäftsf¨¹hrer in die zweite Linie. Ihre Verf¨¹gungen können durchaus von einem Verwaltungsrat widerrufen werden. Das ist bei Verhandlungen und Abwicklung von Geschäften stets zu beachten. Übersetzung von Namen ¨C klassische oder moderne Art Diese Praxis ist eine logische Folge daf¨¹r, dass die kapitalistische Geschäftspraxis, die heute auf dem Festland China vorherrscht, von Hong Kong und Taiwan stammt ¨C sicherlich nicht von Mao und seinen Parteigenossen, die die Kurzschrift in China eingef¨¹hrt haben. Dies wirkt sich auch auf die Art der Übersetzung der Personennamen aus. Zu Maos Zeiten war die Abgrenzung der Ausländer wichtig. Die Namen der Ausländer wurden so ¨¹bersetzt, dass sie sofort als solche erkannt wurden. Alle Silben und die meisten Konsonanten wurden mit chinesischen Schriftzeichen ¨¹bersetzt, die ähnlich ausgesprochen wurden. Das Ergebnis war eine lange Reihe von sinnlos zusammengesetzten Schriftzeichen, die kaum jemand in China aussprechen und noch weniger behalten konnte. So verschwand der fremdartige Ausländer aus dem Gedächtnis der Chinesen, sobald er weg war. Ein Nebeneffekt, der durchaus beabsichtigt war. Zu dieser Zeit war es in Hong Kong und Taiwan jedoch schon lange Brauch, dass Ausländer und Chinesen sich in jeder Beziehung näherten. Nicht Abgrenzung sondern internationale Integration war der Grundgedanke. Deshalb gaben sich Chinesen europäische Rufnamen wie David Wang, Julia Lee usw., damit die Europäer und Amerikaner sie besser rufen und im Kopf behalten konnten. Im Gegenzug ließen die Europäer ihre eigenen Namen nach chinesischem Brauch f¨¹r Personennamen ¨¹bersetzen, damit die Chinesen sie besser ansprechen und leicht im Gedächtnis behalten konnten ¨C auch als Zeichen der Freundlichkeit und des Respekts an die Landessitte. Ein Name besteht danach nur aus 3 chinesischen Schriftzeichen, wobei das erste f¨¹r den Familienname steht, den man in der Regel aus den 300 weitverbreiteten Familiennamen Chinas wählt, selbst wenn die Aussprache nicht exakt der europäischen entspricht. So kennen die Chinesen z.B. den letzten Gouverneur von Hong Kong Chris Patten als Pan Dingkang und nicht als "ke-li-si ¡¤ pei-te-en" ( nach alter Art in der VR China), der in der Erinnerung der Hongkonger lebendig bleibt und der immer noch beliebter ist, als der chinesisch stämmige Regierungschef Tung Chee-hwa, der ihm nachfolgte. In den letzten Jahren wählten die Ausländer in China meistens diese "moderne" Art der Namens¨¹bersetzung f¨¹r ihre Visitenkarten in China. Im Haus von DaimlerChrysler und Brose zum Beispiel ist dies die Regel. Die "alte" Art der Transkription wird bei Firmen, die sich intensiv und vor allem mit viel einheimischem Personal in China engagieren, kaum noch verwendet. Zur Ehrenrettung des alten Systems, das parallel zum neuen immer noch von vielen Übersetzern und meist älteren Kadern in China bevorzugt wird, muss gesagt werden, dass bei diesem die Transkription der europäischen Aussprache viel genauer ist. Der Originalname ist aus der Transkription der alten Art eher wiederzuerkennen. Ein Beispiel verdeutlicht der Familienname "Holzapfel". Dieser w¨¹rde nach der neuen Art nur noch "he" heißen, nach der alten Art dann "he-er-zi-ah-pu-fei-er". Wenn man dabei weiß, dass " l " oft mit " er " und " p "oft mit " pu " transkripiert wird, und dass es die Silbe " ho " zwar in Hong Kong, aber nicht in China gibt, dann kann ein Spezialist daraus vielleicht wieder "Holzapfel" herleiten ¨C aber einfach und sicher ist es auch nicht gerade. Trotz dieses unbefriedigenden Umstandes ist es richtig, den Namen auf Chinesisch ¨¹bersetzen zu lassen, weil es erstens höflicher ist und sonst zweitens möglicherweise in der Adressensammlung des Kunden nicht archiviert wird, und der Kontakt verloren geht. Die meisten oberen F¨¹hrungskräfte in China denken nicht in lateinischen Buchstaben, sie beherrschen auch kaum eine europäische Sprache. Mit einem europäischen Namen in lateinischen Buchstaben bleibt man dann in seiner Gedankenwelt außen vor. Die Übersetzung der Firmennamen, was auch zur Visitenkarte gehört, ist noch schwieriger und komplizierter. Es gibt in China Spezialisten, die gegen ein gutes Honorar Firmennamen ¨¹bersetzen bzw. krieren. Auch wir f¨¹hren dies als Beratungsleistung aus. Dazu gibt es ein Gutachten mit ausf¨¹hrlichen Erläuterungen. Klassische oder vereinfachte Schriftzeichen In der Volksrepublik China verwendet man normalerweise die "vereinfachten" Schriftzeichen (Jianti), die nach der Machtergreifung der Kommunisten in den f¨¹nfziger Jahren offiziell eingef¨¹hrt wurden. In Hong Kong und Taiwan schreibt man weiterhin "klassisch" (Fanti) wie vor 2000 Jahren. Die vereinfachten Schriftzeichen sind in Taiwan verboten und in Hong Kong verpönt. Seit der verstärkten Annahme des Lebenstils von Hong Kong und Taiwan gilt die Verwendung von klassischen Schriftzeichen bei vielen als schick und kultiviert. F¨¹r Geschäftsleute empfehle ich, klassische Schriftzeichen f¨¹r die Visitenkarten zu verwenden, wenn man damit sowohl nach China, als auch nach Hong Kong und Taiwan geht. Diese in Langzeichen werden in der VR China eher akzeptiert als solche in Kurzzeichen in Taiwan und Hong Kong. In zunehmendem Maße lassen Chinesen vom Festland China ihre Visitenkarten auch in klassischen Zeichen drucken. Besucht man aber nur das Festland China, dann sollten die vereinfachten Schriftzeichen gewählt werden. Scheut man den Kosten nicht, lässt man 2 Fassungen drucken und achtet darauf, dass man dem Gesprächpartner immer die richtigen in China bzw. in Hong Kong und Taiwan ¨¹berreicht. Die Chinesen, die in Europa und America dauerhaft leben, benutzen normalerweise die klassische Schreibweise wie in Taiwan und Hong Kong. ¡¡ Eine Seite Chinesisch, die andere Englisch Zweckmässig ist, eine Seite der Visitenkarte in Chinesisch und die andere Seite in English zu gestalten. So bleiben die Original-Namen und Adressen erhalten, was in der Korrespondenz und bei Verträgen von Bedeutung ist. Da man in China normalerweise keine akademische Titel auf der Visitenkarte angibt, bietet sich die englische Seite eine Gelegenheit, solche Titel diskret herauszustellen, während man zur¨¹ckhaltend und nach der Landessitte auf der chinesischen Seite darauf verzichtet. ¡¡ Noch eine wichtige Anmerkung: Beim Überreichen oder Empfangen von Visitenkarten sollte man diese mit beide Händen anfassen ¨C ein Zeichen der Höflichkeit und Ehrerbietung. ¡¡ -- Dipl.-Ing. Son-Fung Mok ¡¡ |